Schaufensterausstellung im Rosenhof 14 / März 2021





Jeden Mittwochnachmittag treffen sich im Bürgerhaus City, Rosenhof 18, in der Chemnitzer Innenstadt, fünfzehn Frauen zwischen vierzig und achtzig. Sie stricken, reden und trinken die eine oder andere Tasse Kaffee. Es entstehen Woche für Woche, Stück für Stück, Masche für Masche – fast beiläufig – farbige Stoffe von erstaunlicher Schönheit. Betrachtet man diese, scheinen sie nicht nur aus Wolle zu bestehen, sondern ebenso aus Geschichten, Gedanken, Gesprächen und aus der Zeit, die während ihrer Entstehung in sie hinein geflossen ist.


Die unauffälligen Treffen am Nachmittag und die dabei entstehenden Stoffe sind der Ursprung einer künstlerischen Erkundung, die Antwort auf zwei universelle Fragen sucht:

Wie gehen wir heute mit Zeit um und wie zeigt sich die persönliche Erfahrung verschiedener zeitlicher Zustände in unserer Alltagswelt?

Wie kann Gemeinschaft heute aussehen und wie lässt sich Kooperation und Zusammenarbeit im Alltag leben, trotz einer immer stärker werdenden Tendenz zur Individualisierung?


Die Teilnehmer_innen folgen diesen Fragen und begeben sich für das Partizipations- und Ausstellungsprojekt Mittwochnachmittag auf die Suche nach ihrer individuellen Erfahrung mit vergehender Zeit und gemeinsamem Stricken. Ausgehend von ihrer handwerklichen Tätigkeit, reflektieren sie an einem alltäglichen Ort, zu einer gewöhnlichen Zeit, die großen Fragen einer postindustriellen Gesellschaft, die sich in nicht allzu ferner Zukunft zu einer Post-Wachstums-Gesellschaft wandeln könnte. In einer Installation aus Objekten, Video und Fotografie wird eine Utopie des Alltags entstehen, in der die unterschiedlichen Aspekte des Strickens thematisiert werden.


Das Partizipations- und Ausstellungsprojekt Mittwochnachmittag ist ein Nachfolgeprojekt des Balkonballetts, das im September 2013 ebenfalls im Rosenhof 18 stattfand.


Im November 2015 zeigt das Partizipations- und Ausstellungsprojekt Mittwochnachmittag in einer Installation aus Objekten, Video und Fotografie eine Utopie des Alltags.


Jetzt wurden die Arbeiten rekonstruiert und neue sind hinzu gekommen. Das ist ein Grund um das Projekt aufleben zu lassen und es erneut zu präsentieren - es kenn im Schaufenster vom Rosenhof jederzeit betrachtet werden. Wenn sie uns ihr Feedback dazu mitteilen wollen treffen sie zu uns mit offenen Ohren während der Öffnungszeiten im Rosenhof 18 an.


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